Drei Beispiele
Drei Beispiele aus der Praxis
Wie Pferde als Co-Trainer neue Perspektiven eröffnen
Jede Begegnung mit dem Pferd ist einzigartig.
Und doch zeigen sich immer wieder typische Situationen, in denen Pferde als Spiegel und Impulsgeber wirken – klar, ehrlich und oft überraschend.
Die folgenden Beispiele geben Ihnen einen Einblick, wie vielfältig pferdegestütztes Coaching im Führungsalltag wirken kann.
1. Frau Müller – Wenn Verhalten gespiegelt wird
Ein Geschäftsführer stand kurz davor, sich von seiner Assistentin zu trennen.
Die Zusammenarbeit war angespannt, geprägt von dem Eindruck: unkooperativ, schwierig, anstrengend.
Im Coaching übernahm ein Pferd – „Raffaello“ – symbolisch die Rolle dieser Mitarbeiterin.
Gemeinsam absolvierten sie einen Parcours, der den Arbeitsalltag abbildete.
Das Ergebnis? Frustration.
„Das Pferd ist genauso unangenehm wie meine Assistentin.“
Der entscheidende Impuls:
Wie kann ein Pferd ein Verhalten zeigen, das es gar nicht kennen kann?
Die Erkenntnis kam schnell – und traf ins Schwarze:
Das Pferd reagierte nicht auf die Assistentin.
Es reagierte auf ihn.
Seine Haltung, seine innere Anspannung, seine Erwartungen.
In weiteren Übungen entwickelte der Klient neue Ansätze im Umgang mit der Situation.
Einige Wochen später entschied er sich bewusst für die Zusammenarbeit – mit einer völlig neuen Qualität.
2. Verkaufsgespräch – Technik oder Beziehung?
Ein Vertriebsteam wollte seine Wirkung im Kundengespräch verbessern.
Die Übung:
Ein Parcours stand symbolisch für das Produkt.
Der Verkäufer führte das Pferd – der „Kunde“ (ein Kollege mit verbundenen Augen) hielt sich am Pferd fest.
Der Verkäufer löste die Aufgabe technisch einwandfrei.
Doch der Kunde fühlte sich unsicher und nicht abgeholt.
Warum?
Der Fokus lag auf der Aufgabe – nicht auf dem Menschen.
Im zweiten Durchlauf wurden die Rollen verändert:
Der „Kunde“ führte das Pferd blind – der Verkäufer gab Anweisungen.
Plötzlich entstand Verbindung.
Der Kunde fühlte sich sicher, wahrgenommen und geführt.
Die Erkenntnis:
Erfolgreicher Vertrieb bedeutet nicht nur Fachwissen – sondern echte Beziehung.
Das Pferd macht diese Qualität unmittelbar sichtbar.
3. Top-Management – Team spürbar machen
Fünf Führungskräfte, neu in ihrer Zusammenarbeit, wollten ihren Teamgeist stärken.
Sie standen gemeinsam im Kreis – mit einem Pferd in ihrer Mitte.
Still. Ruhig. Präsenz im Raum.
Das Besondere:
Dieses Pferd reagiert sensibel auf Unsicherheit und mangelnde Klarheit – es würde normalerweise Distanz suchen.
Doch hier blieb es.
Ruhig. Gelassen. Verbunden mit der Gruppe.
Die Wirkung war eindeutig:
Ein Team, das Klarheit, Präsenz und gemeinsame Ausrichtung ausstrahlt.
Ohne ein Wort.
Was all diese Beispiele verbindet
Pferde reagieren nicht auf Rollen, Titel oder Worte.
Sie reagieren auf Echtheit.
Sie machen sichtbar, was unter der Oberfläche wirkt –
in Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit.
Und genau darin liegt ihre besondere Stärke im Coaching:
Sie eröffnen neue Perspektiven – direkt, ehrlich und nachhaltig.